
Über mich als Hebamme
Hebamme zu sein ist meine Leidenschaft. Die Entstehung neuen Lebens im geschützten Raum der Gebärmutter fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Genauso berührend ist es zu sehen, wie Menschen zu Eltern werden – wie sich Rollen verändern, Prioritäten verschieben und langsam Platz für ein neues Leben entsteht.
Jede Frau, jedes Kind und jede Familie ist einzigartig, und genau so begleite ich auch: achtsam, wertschätzend und individuell. Ich arbeite nach dem salutogenetischen Betreuungsmodell. Das bedeutet: Mein Blick richtet sich auf das, was dich stark macht. Jede Frau bringt eigene Fähigkeiten, innere Kraft und eine natürliche Körperweisheit mit. Gemeinsam stärken wir dein Vertrauen in dich selbst und finden heraus, was dir guttut – in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Mutterwerden. Inspiriert wurde meine Arbeit unter anderem von Verena Schmidt und ihrem ressourcenorientierten Blick auf Frauen rund um die Geburt.
Als Hebamme und Shiatsu-Praktikerin arbeite ich ganzheitlich und verbinde fundiertes Hebammenwissen mit einem feinen Gespür für Körper, Gefühle und Veränderungsprozesse. Diese Kombination ermöglicht eine besonders umfassende Begleitung und unterstützt das Wohlbefinden meiner Klient*innen in Tirol.
Ich bin Mutter von zwei Kindern (14 und 4 Jahre alt) und Gründerin sowie Obfrau des Regugee Midwifery Service Austria.
Meine Geschichte
Mein Weg zur Hebamme begann sehr früh. Als ich vier Jahre alt war, wurde mein kleiner Bruder in Nicaragua zu Hause geboren – und ich war dabei. Es herrschte Bürgerkrieg, und nachts war es zu gefährlich, das Haus zu verlassen. Deshalb konnte die Hebamme nicht kommen, und meine Eltern begleiteten die Geburt selbst. Am Morgen war mein Bruder längst auf der Welt. Diese Erfahrung hat mich tief geprägt – ich erinnere mich bis heute sehr lebendig daran.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte mit 17 Jahren, als ich einen Sommer dort verbrachte. Die Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen, die Gewalt, die fehlende Selbstbestimmung und die vielen sehr jungen Mütter haben mich stark bewegt. In dieser Zeit entstand mein Wunsch, Frauen zu stärken – in ihrer Körperwahrnehmung, in ihrer Sexualität und in ihrem Vertrauen in sich selbst. Bald wusste ich: Ich möchte Hebamme werden.
Meine Ausbildung absolvierte ich von 2009 bis 2012 an der FH Salzburg – Campus Urstein – in dieser Zeit wurde auch mein erster Sohn geboren. Danach lebte und arbeitete ich mehrere Jahre in Berlin in einer Hebammenpraxis. 2015 kehrte ich nach Innsbruck zurück und gründete meine eigene Praxis, in der ich seither Frauen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleite – inklusive Hausgeburten in Tirol. 2016 gründete ich außerdem den Refugee Midwifery Service Austria, dessen Obfrau ich bis heute bin.
Ein besonders prägendes Kapitel meines Lebens war die Geburt meines zweiten Kindes, das viel zu früh zur Welt kam. Als Mutter eines Kindes auf der Neonatologie weiß ich aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd und intensiv diese Zeit sein kann. Diese Erfahrung hilft mir heute, Eltern besonders einfühlsam zu begleiten – wenn Schwangerschaft oder Geburt anders verlaufen als erhofft, wenn ein Neugeborenes krank ist oder wenn die erste Zeit mit dem Kind anders ist, als man sie sich vorgestellt hat.
Neben meiner praktischen Arbeit halte ich Vorträge und gebe mein Wissen weiter, unter anderem zu frauengesundheitlichen Themen wie FGM/C sowie in der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen und Studierenden.
All diese Erfahrungen – persönlich wie beruflich – prägen meine Arbeit bis heute und haben mich zu der Hebamme gemacht, die ich heute bin.
Hebammenpraxis
Kaiser-Franz-Josef-Straße 10
in der Praxis Saggen 10
6020 Innsbruck
Kursort
Defreggerstraße 20
im Freiraum
6020 Innsbruck
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